Ich fahre keinen alten Bulli. Der T6.1 ist Baujahr 2019 und war bis heute viermal liegengeblieben, dreimal davon nicht wegen des Autos, sondern wegen mir.
Die vier Fälle
Batterie leer, Juni 2021, Costa Vicentina. Drei Tage am selben Fleck, Kühlschrank durchgehend an, Standheizung nachts. Die Aufbaubatterie war leer, die Starterbatterie gleich mit. Ein niederländisches Paar hat mich überbrückt.
Neu in der Kiste: Starthilfe-Powerbank.
Reifen an der Flanke aufgeschlitzt, September 2022, Bretagne. Scharfkantiger Stein auf einem Feldweg. Reserverad war da, Wagenheber war da, das Radkreuz nicht. Der Bordschlüssel reicht bei angezogenen Radbolzen nicht.
Neu in der Kiste: richtiges Radkreuz und ein kurzes Stück Rohr.
AdBlue-Warnung, April 2023, Spanien. Kein Notfall, aber ab null Kilometern springt der Motor nicht mehr an. Ich hatte die Meldung zwei Tage ignoriert.
Neu in der Kiste: immer ein 10-Liter-Kanister AdBlue.
Schiebetür klemmte, August 2024, Schottland. Sand in der Laufschiene, nach zwei Wochen Strand. Ließ sich weder ganz öffnen noch ganz schließen.
Neu in der Kiste: Bürste, Silikonspray, und die Angewohnheit, die Schiene alle zehn Tage auszupinseln.
Was ich dazugelernt habe
Die teuerste Panne war die, die ich am längsten kommen sah. Die AdBlue-Meldung stand zwei Tage im Display, und ich habe sie weggedrückt, weil ich gerade auf einer schönen Straße war. Am Ende hat mich das einen Abschleppwagen und einen halben Urlaubstag gekostet.
Seitdem gilt: Was im Display steht, wird am selben Abend erledigt. Nicht am nächsten Ort mit gutem Kaffee.
